Fotosafari in Afrika - Wilde Tiere vor der Linse

Im Jahr 2000 hatte ich die Gelegenheit einen dreiwöchigen Urlaub im ostafrikanischen Kenia zu verbringen. Als großer Tierfreund und leidenschaftlicher Hobbyfotograf wurde diese Reise zu einem wirklich unvergesslichen Erlebnis für mich. Höhepunkt unseres Aufenthalt war eine zweitägige Safari im Nationalpark Tsavo-Ost. Nachfolgend lasse ich diese zwei Tage noch einmal Revue passieren:

Gemeinsam mit einigen anderen Reisenden, die wir in unserem Urlaubshotel in der Nähe von Mombasa kennengelernt hatten, wurden wir frühmorgens von einem typischen Safari-Transporter (hochstellbares Dach für bessere Aussichten) abgeholt. Danach ging es erstmal auf eine längere, abenteuerliche Fahrt über die Straßen Kenias. Dabei waren sowohl die dortigen Straßenverhältnisse als auch der Linksverkehr sehr gewöhnungsbedürftig für meinen europäischen Geschmack.

Nach mehreren Stunden Fahrt war es dann soweit: Wir passierten die Tore des Nationalparks, womit der Startschuss zur Fotosafari fiel. Ausgestattet mit einer analogen Spiegelreflexkamera (Digitalkameras waren früher noch nicht verbreitet) und einer analogen Videokamera fieberten wir den Tieren entgegen.
Elefant in Afrika
Die ersten Tiere, die im wahrsten Sinne des Wortes unseren Weg kreuzten, waren Elefanten. Die Kameras klickten und die Stimmung war überwältigend. Nach einer Weile bekam ich allerdings ein etwas mulmiges Gefühl. Unser Safari-Transporter war nicht der einzige, der angehalten hatte, um die Elefanten zu zeigen. Die Elefanten hatten die Straße überquert und ein halbstarker Jungbulle sah wohl eine gewisse Bedrohung in den mit Touristen gefüllten Fahrzeugen. Jedenfalls baute er sich demonstrativ auf der Straße auf und erweckte den Anschein, dass er jeden Moment mit Volldampf losstürmen würde. Unser Fahrer quittierte dieses Verhalten mit einem Aufheulen-lassen des Motors, worin ich persönlich eine zusätzliche Provokation sah. Wie dem auch sei, nach einiger Zeit des Wartens sind wir heil aus der Situation gekommen und setzen unsere Fahrt durch den Nationalpark fort.

Die nächste Station der Fotosafari wurde durch einen Funkspruch festgelegt. In erreichbarer Nähe war ein "Cheetah" gesichtet worden, so rauschten wir mit Speed zur angegeben Stelle, um noch einen Blick auf den Geparden erhaschen zu können. Ich muss zugeben, ich hatte so meine Probleme die Raubkatze im Gestrüpp der Steppe ausmachen zu können. Die Tiere sind wirklich perfekt getarnt. Trotzdem ist es uns dann noch gelungen, den Geparden auf zwei Fotos zu verewigen.

Zebra in der SteppeAnschließend ging die Fahrt weiter in Richtung Lodge, wo wir die Nacht verbringen sollten. Unterwegs begegneten wir noch mehr Elefanten, Zebras, Giraffen, Antilopen, Wasserböcke, Gazellen, einem Strauß und einer Gruppe Paviane. Bei den Pavianen, die hinter uns die Straße überquerten, fand ich besonders beeindruckend, dass es anscheinend eine Rollenverteilung bei den Affen gab. Eines der Tiere saß am Rand der Straße und passte auf, während die anderen ihren Weg über die Straße nahmen.

Unsere Lodge lag wunderschön auf einer Anhöhe inmitten eines kleinen Gebirges. Von der Lodge führte eine recht steile, verschlungene Treppe hinab zu einer Art Bunker. Von diesem Bunker aus, hatte man einen perfekten Blick auf eines der beiden Wasserlöcher, die sich am Fuße des Berges befanden. Am ersten Abend hatten wir hier die Gelegenheit, mit nur einigen Metern Abstand und geschützt durch den Bunker eine kleine Elefantenherde zu beobachten. Vor allem ein Jungelefant hatte es mir dabei besonders angetan. Das Tier hatte irgendwo einen alten Sack oder ein Stück Stoff gefunden und spielt sehr intensiv damit.

Vor dem Schlafengehen erzählte man uns, dass in den frühen Morgenstunden die Büffelherden an die Wasserlöcher kämen und sich deshalb frühes Aufstehen lohnen würde. Morgens gegen ca. 5:00 Uhr Ortszeit wurden wir dann auch unsanft geweckt. Ich hörte von draußen das Rufen von Büffeln, weckte meinen Mann und dachte: "Die Büffel sind da!" Im Flur liefen einige der Angstellten der Lodge aufgeregt umher. Zwischendurch hörte ich das Wort "Lions", konnte damit aber aufgrund der menschenunfreundlichen Uhrzeit nur wenig anfangen. Eilig machten wir uns auf den Weg zur Treppe. Der Abstieg war für den untrainierten, unausgeschlafenen Körper eine echte Herausforderung. Im Bunker dann die große Überraschung...

Unmittelbar vor dem Bunker - am Wasserloch - lag eine Herde Löwen. Rechts am Rand erblickte ich einen Büffel, der von mindestens drei oder vier Löwinnen am Boden gehalten wurde. Er lebte noch, doch in seinen Augen war zu erkennen, dass er wusste, dass der Kampf verloren war. Ein sehr bewegendes und nicht unanstrengendes Erlebnis auf nüchternen Magen. Wir blieben eine ganze Zeit lang still im Bunker und beobachteten den König der Tiere und sein Gefolge. Fotografieren war aufgrund der Dunkelheit und mangels eines passenden Objektives leider nicht zufriedenstellend möglich. In Rücksichtnahme auf die Tiere, haben wir auf den Einsatz von Blitzlicht verzichtet, was bei unseren Mitreisenden leider nicht immer der Fall war.

Nach diesem naturnahen Erlebnis und einem kleinen Frühstück sind wir dann von der Lodge zu einer morgendlichen Rundfahrt durch den Nationalpark aufgebrochen. Während dieser Tour begegneten wir wieder Elefanten; Zebras, Antilopen, Gazellen und Giraffen. Außerdem konnten wir Warzenschweine und Weißkopfadler beobachten.

Anschließend ging es zurück zum Hotel, wobei wir einen Stopp in einem Massai-Dorf einlegten. Leider eine sehr auf Touristen ausgelegte Veranstaltung. Irgendwie traurig, wenn man erlebt, wie dieses stolze Krieger-Volk kommerzielle Ziele verfolgt...

Neben der Fotosafari durch den Tsavo-Nationalpark haben wir während unserer drei Wochen Kenia noch viele weitere Erlebnisse mit Tieren gehabt. So war es ganz normal, dass Affen unsere Hotelanlage unsicher machten und, dass man morgens auf dem Weg zum Frühstücksraum den unterschiedlichsten Echsen begegnete. Außerdem hatte sich eine kleine Kolonie Webervögel im Garten des Hotels niedergelassen.

Weiterhin haben wir einen Naturpark besucht, wo u.a. Warane frei durch die Anlage liefen. Dort kamen wir auch hautnah in Kontakt mit einem Tigerpython, konnten Riesenschildkröten streicheln und Nilpferde bewundern. Bei einem Trip mit einem Glasbodenboot begegneten wir einer Seeschlange und haben Zebrafische aus der Hand mit Brot füttern können. Es gibt noch viel mehr Dinge, über die ich hier in aller Ausführlichkeit und mit derselben Begeisterung wie damals berichten könnte, aber auch der schönste Artikel muss einmal zu Ende gehen. Vielleicht später an anderer Stelle mehr...

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