Blut - Organ des menschlichen Körpers

Organ Blut - Hintergründe und WissenswertesDas Blut ist tatsächlich ein Organ unseres Körpers. Dieses mag den geneigten Leser etwas überraschen, da Blut nicht wie andere Organe in fester Form vorliegt, sondern flüssig ist. Es gibt kein Bindegewebe, das die Blutzellen zusammenhält. Die Blutzellen schwimmen stattdessen frei im Blutplasma umher.

Die Aufgabe des Blutes besteht darin, die Zellen mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen. Außerdem verbreitet es Wärme im Körper und ist für die Verteilung der Hormone zuständig.

In Arterien, Kapillargefäßen und Venen wird das Blut durch unseren Körper transportiert, wobei jedes dieser Blutgefäße eine andere Aufgabe erfüllt. Durch das Zusammenlaufen von winzigen Kapillargefäßen (auch: Haargefäße) entstehen Venen. In den Venen wird das Blut zum Herzen zurück gebracht. Die Arterien transportieren das Blut vom Herzen weg. Sie teilen sich und werden immer feiner, so dass sie nur noch unter einem Mikroskop erkennbar sind. Das Herz hat die Aufgabe das Blut durch unseren Körper zu pumpen. Insgesamt erreichen die Blutbahnen im menschlichen Körper eine Länge von etwa 96.558 Kilometern - man könnte also zweimal die Erde damit umspannen. Das Blut bewegt sich in den großen Arterien oberhalb des Herzens mit einer Geschwindigkeit von etwa einem Meter pro zwei Sekunden. In den Kapillargefäßen fließt es mit einer Geschwindigkeit von etwa einem Meter pro halbe Stunde.

Im menschlichen Körper sind circa fünf Liter Blut vorhanden. Ein Blutverlust von einem Drittel kann problemlos verkraftet werden. Geht die Hälfte des Blutes verloren, wird es allerdings kritisch.

Das Blutplasma ist gelb. Es besteht zu circa 90 Prozent aus Wasser und zu 10 Prozent aus Nährstoffen, die die Körperzellen benötigen, um zu wachsen und gesund zu bleiben. Es ist heutzutage wissenschaftlich möglich, das Blutplasma zu Pulver zu verarbeiten und später wieder mit Wasser zu verflüssigen.

Der Spruch "Blut ist dicker als Wasser" ist absolut wahr. Genaugenommen ist Blut nämlich dreimal dicker als Wasser, da eine große Anzahl an Zellen im Blut enthalten ist. In einem winzigen Blutstropfen von einem Milimeter Größe sind rund 7.000 weiße Blutkörperchen (Leukozyten), 500.000 Blutplättchen (sogenannte Thrombozyten, die für die Blutgerinnung verantwortlich sind) und 5.000.000 rote Blutkörperchen (Erythrozyten) enthalten. Insgesamt verfügt der menschliche Körper lt. wissenschaftlichen Angaben über 35.000.000.000 Leukozyten, 500.000.000.000 Thrombozyten und 25.000.000.000.000 Erythrozyten.

Für die Produktion der Erythrozyten ist das Knochenmark verantwortlich. In einem gesunden Körper sterben in jeder Sekunde etwa 3.000.000 Erythrozyten ab, die in der gleichen Zeit vom Knochenmark nachproduziert werden.

Das es verschiedene Blutgruppen gibt, war lange Zeit nicht bekannt. Erst im Jahr 1900 wurde diese Tatsache vom österreichischen Bakteriologen Karl Landsteiner entdeckt. Bis zu diesem Zeitpunkt verstarben immer wieder Patienten infolge falscher Blutübertragungen. In einigen Ländern - wie in Frankreich zum Beispiel - war die Bluttransfusion, wie die Übertragung von fremdem Blut auch genannt wird, deshalb lange Zeit gesetzlich verboten. Wenn die Blutkörperchen zweier verschiedener Blutgruppen nämlich aufeinander treffen, kommt es zu einer gegenseitigen Bekämpfung, da sich die Zellen irrtümlicherweise für Krankheitserreger halten, was in der Folge zu Verklumpungen im Blut führt.